Sie haben die Schlüssel für Ihr erstes Elektroauto abgeholt und versuchen, das Thema Laden zu durchblicken? Ein paar Minuten im Netz reichen völlig aus, um im Informationsdschungel den Überblick zu verlieren. Die Wahrheit ist: Im Alltag zählen nur drei Dinge: Dass das Auto morgens fahrbereit ist, dass nicht die Sicherungen im ganzen Haus rausfliegen und dass Sie kein Vermögen für Funktionen ausgeben, die Sie ohnehin nicht nutzen.
Anstatt Sie mit Theorie zu erschrecken, haben wir die 4 absolut häufigsten Bedenken zusammengetragen, mit denen jeder neue E-Auto-Besitzer konfrontiert ist.
Reicht eine normale Steckdose? Ja, aber...
Oft hört man: „Wozu brauchst du ein Ladegerät? Dem Auto liegt doch ein Kabel für eine normale 230-V-Steckdose bei.“ Stimmt, tut es. Und wenn Sie täglich 20 Kilometer zur Arbeit und zurück fahren, reicht das völlig aus.
Das Problem beginnt am Freitag. Sie kommen mit fast leerem Akku von der Arbeit, stecken das Auto um 18:00 Uhr an die Steckdose und wollen am Samstag um 8:00 Uhr morgens übers Wochenende ans andere Ende des Landes fahren. Über die normale Steckdose laden Sie in diesen 14 Stunden gerade einmal etwa 100-120 km Reichweite nach. Und plötzlich suchen Sie hektisch nach einer Schnellladestation am Supermarkt. Eine stärkere Ladestation zu Hause bedeutet schlichtweg Sorgenfreiheit – abends das leere Auto anstecken, morgens 100 % haben.
Das berühmte „Rausfliegen der Sicherungen“
Das ist wohl die größte Angst von jedem, der zu Hause keine Elektroinstallation wie in einer kleinen Fabrik hat. Sie kaufen eine 11-kW-Ladestation, Ihre Frau schaltet den Backofen und das Kochfeld ein, Sie starten die Waschmaschine - und plötzlich wird es im ganzen Haus dunkel.
Das lässt sich leicht vermeiden. Sie müssen nicht sofort eine riesige Leistungserhöhung beim Energieversorger beantragen. Es reicht eine Ladestation mit sogenanntem Lastmanagement (oder einfach ein Lader, bei dem Sie den Strom in der App oder per Drehregler drosseln können). Eine solche intelligentere Lösung überwacht selbst, wie viel Strom das Haus verbraucht, und gibt nur das an die Ladestation weiter, was gerade frei ist.
Fest an der Wand oder für den Kofferraum?
Viele Menschen machen diesen Fehler: Sie kaufen eine schicke, teure Wallbox, schrauben sie an die Garagenwand und sind zufrieden. Später fahren sie zu Freunden, ins Wochenendhaus oder in den Urlaub und stellen fest, dass sie festsitzen - weil das werkseitige Ladekabel zu Hause vergessen wurde und die Wallbox von der Wand natürlich nicht mitfährt.
Überlegen Sie sich eine mobile Ladestation für Starkstrom. Zu Hause stecken Sie diese einfach in die rote Starkstromsteckdose (CEE) in der Garage und sie lädt genauso schnell wie eine feste Wallbox (11 kW). Und wenn Sie in den Urlaub fahren, werfen Sie sie in den Kofferraum, nehmen einen Adapter mit und laden überall.
Und was ist, wenn es regnet?
Eine häufige Frage von Personen, die neu im Thema sind: „Bekomme ich keinen Stromschlag, wenn ich das Auto bei Platzregen auflade?“
Keine Sorge. Der Stecker gibt erst dann Strom frei, wenn der Bordcomputer des Autos und die Steuerung der Ladestation sprichwörtlich „Hände schütteln“ und sicherstellen, dass alles dicht und sicher ist. Sie können bei Schneegestöber und Regen laden - es passiert absolut nichts.
Das Einzige, woran man im Winter denken sollte: Ein kalter Akku nimmt den Strom langsamer auf und verbraucht auf den ersten Kilometern mehr Energie. Wenn Ihre Ladestation also eine Zeitsteuerung unterstützt, stellen Sie das Laden so ein, dass es kurz vor Ihrer Fahrt zur Arbeit endet. Der Akku ist dann vom Ladevorgang warm und Sie kommen mehr Kilometer weit.
Kurz gesagt: Lassen Sie sich nicht einreden, dass Sie das teuerste Gerät mit Schnickschnack brauchen, den Sie nie nutzen werden. Zahlen Sie nicht zu viel für unnötige Funktionen – wählen Sie ein einfaches, solides Gerät, das einfach funktioniert.